Adoro Journal – Begleittexte · 3 min Lektüre

Was ich noch sagen wollte

Ich habe diesen zweiten Band, ebenso wie den ersten, nicht als reines Fachbuch geschrieben, und ich habe ihn ebenso wenig als bloße Sammlung unterhaltsamer Anekdoten verstanden. Jede der fünfundsiebzig Fallgeschichten, die dieses Buch versammelt, beruht, wie schon im ersten Band, auf realen medizinischen Erfahrungen und Mustern, die ich über mehr als drei Jahrzehnte als Neurochirurg gesammelt habe, verwoben mit erfundenen Namen, erfundenen Einzelheiten und, an vielen Stellen, mit Elementen, die keinem einzelnen realen Patienten zuzuordnen sind, sondern eine Vielzahl ähnlicher Erfahrungen zu einer einzigen, in sich stimmigen Geschichte verdichten. Wo immer medizinische Details geschildert werden, entsprechen sie dem Stand meines eigenen Wissens und meiner eigenen langjährigen Praxis, sollen aber keinesfalls als medizinischer Rat für den einzelnen Leser verstanden werden, der bei eigenen gesundheitlichen Fragen stets einen Arzt seines eigenen Vertrauens aufsuchen sollte.

Die biografischen Kapitel dieses Bandes, von meiner Facharztprüfung bis zu meinem letzten Arbeitstag, entsprechen in ihrem wesentlichen Kern meiner eigenen Erinnerung, auch wenn ich mir, wie jeder Autor, der die eigene Vergangenheit literarisch verarbeitet, gewisse erzählerische Freiheiten bei Dialogen und Details genommen habe, die das menschliche Gedächtnis nach so vielen Jahren nicht mehr mit letzter Präzision zurückzugeben vermag. Was jedoch die grundlegenden Ereignisse, die Entscheidungen und die Gefühle betrifft, die mich durch diese Jahre trugen, habe ich mich um größtmögliche Ehrlichkeit bemüht, selbst dort, wo diese Ehrlichkeit, wie im Kapitel über meine eigene Krise, nicht leicht zu schreiben war.

Ich danke an dieser Stelle noch einmal allen realen Menschen, die mich über die Jahrzehnte meiner Laufbahn begleitet haben, meinen Lehrern, meinen Kollegen, meinem gesamten Team, das mich durch unzählige Operationen trug, und, mehr als jedem anderen, meiner Frau, der ich in diesem Band endlich die eigene Karte gewidmet habe, die ihr seit so langer Zeit zusteht. Ich danke auch Ihnen, meinen Lesern, die Sie mir, Band für Band, Ihre Zeit und Ihr Vertrauen schenken, und die Sie mich, mit jeder neuen Rückmeldung, die mich über meinen Verlag erreicht, darin bestärken, den Kasten auch weiterhin nicht endgültig zu schließen.

Ob und wann ein dritter Band dieser Reihe folgen wird, vermag ich, während ich diese Zeilen schreibe, selbst noch nicht mit Gewissheit zu sagen. Ich habe gelernt, mir bei solchen Fragen keine festen Fristen mehr zu setzen, sondern dem eigenen inneren Ruf zu vertrauen, der mich, wie schon einmal am Ende des ersten Bandes, auch diesmal wieder zurück an meinen Schreibtisch führen wird, sobald die Zeit dafür reif ist. Bis dahin bleibt der Kasten, wenn auch geschlossen, an seinem vertrauten Platz stehen, bereit, jederzeit wieder geöffnet zu werden. Ich habe, über die Jahre meiner Autorentätigkeit, gelernt, dass die besten Geschichten selten erzwungen werden können, sondern sich, ganz von selbst, zu dem Zeitpunkt einstellen, an dem sie erzählt werden wollen, eine Erkenntnis, die mich sowohl in meiner ärztlichen als auch in meiner schriftstellerischen Laufbahn immer wieder begleitet hat.

Für alle, die neugierig sind, wie es mit Art Adoro und den vielen anderen Reihen weitergeht, die neben diesem Archiv entstanden sind, verweise ich gerne auf meine Website artadoro.com, wo regelmäßig neue Fallgeschichten, Hintergrundberichte und Neuigkeiten zu meinen weiteren Büchern erscheinen. Ich freue mich stets über Zuschriften meiner Leser, über ihre eigenen Erfahrungen, ihre Fragen und, nicht zuletzt, über ihre Geduld, mit der sie meinem manchmal eigenwilligen Schreibtempo folgen.

Ein letztes Wort noch zur Widmung dieses Bandes, die ich mir bewusst bis zu diesen abschließenden Zeilen aufgehoben habe: Dieses Buch ist, wie schon angeklungen, in erster Linie meiner Frau gewidmet, ohne deren stille Geduld weder meine chirurgische noch meine schriftstellerische Laufbahn je diese Form gefunden hätten. Es ist aber ebenso all jenen Patientinnen und Patienten gewidmet, deren reale Erfahrungen, in vielfach veränderter und verwobener Form, in die Geschichten dieses Archivs eingeflossen sind, auch wenn sie sich selbst in keiner einzigen dieser Karten je wörtlich wiedererkennen werden.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, von Herzen alles Gute, und ich hoffe, dass die Geschichten dieses zweiten Bandes, ebenso wie die des ersten, Ihnen ein wenig von jener stillen Bewunderung für die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers und Geistes vermitteln konnten, die mich selbst mein ganzes Berufsleben über nie verlassen hat.

Ihr

Prof. Dr. Udo Schlot, alias Art Adoro

[Das Boss Schiedet KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.]

[Ado Roa KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.]

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Weiterlesen im Journal

Notfälle und Sekunden, die zählen·3 min Lektüre

Die Nacht, in der die Beine schwiegen

Karteikarte Nr. 001 — Datum unleserlich, vermutlich früher Herbst. Kürzel: M.K., 34 J. Stichwort: HWS-Stenose, Querschnittssymptomatik, Notfall-OP 2:40 Uhr. Notiz am Rand, mit Kugelschreiber nachgezogen: "Der Fall, mit dem alles anfing."

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Karteikarte Nr. 004 — Datum: Frühsommer. Kürzel: T.B., 41 J. Stichwort: Spinales Epiduralhämatom, akute Querschnittssymptomatik, OP innerhalb von drei Stunden. Notiz am Rand: "Die Zeit war der eigentliche Gegner, nicht die Krankheit."

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Der Anruf um 3 Uhr 12

Karteikarte Nr. 007 — Datum: Winter, mehrere Jahre nach meiner eigenen Facharztzeit. Kürzel: Dr. F., Assistenzärztin, Telefonat 3:12 Uhr. Stichwort: Ferndiagnose per Telefon, Entscheidung gegen die eigene Unsicherheit. Notiz am Rand: "Manchmal muss man dem jungen Kollegen mehr Mut leihen als Wissen."