Journal-Partnerbeitrag

Das Buch, das die Schulzeit überlebt

Abifix macht aus Steckbriefen, Rankings und tausend Fotos ein Buch, das bleibt. Wir haben uns die Hamburger Lösung für Abizeitungen angeschaut.

Abifix – Abizeitung und Abschlussbuch

Es gibt Bücher, die niemand professionell herstellt und die trotzdem ein Leben lang im Regal stehen. Das Abibuch ist so eines. Kein Verlag, kein Lektorat, kein Vertrieb – nur ein Jahrgang, der versucht, vier oder acht gemeinsame Jahre zwischen zwei Deckel zu bekommen, bevor sich alle in verschiedene Richtungen zerstreuen. Und niemand, der es später wegwirft.

Wer schon einmal in einem Abikomitee saß, kennt die Kehrseite. Zweihundert Steckbriefe, die niemand ausfüllt. Fotos in dreiunddreißig verschiedenen Auflösungen. Eine Layoutdatei, die nur auf dem Rechner desjenigen funktioniert, der gerade im Urlaub ist. Und im Hintergrund eine Druckfrist, die näherkommt. Das Ergebnis ist am Ende meistens schön, aber es kostet drei Menschen ihren letzten Schulsommer.

Genau an dieser Stelle setzt Abifix an. Die Hamburger haben den Weg vom leeren Blatt zum fertigen Buch in eine Oberfläche gelegt. Man wählt eine Vorlage und passt sie an, bis das Grundgerüst steht. Dann geht ein Link an den Jahrgang: Steckbriefe beantworten, über Rankings abstimmen, Bilder hochladen. Was hereinkommt, setzt die Software selbst ins Layout. Das Komitee schaut zu, statt hinterherzuräumen.

Der Reiz liegt weniger in der Automatik als in dem, was sie freilegt. Wenn das Einsammeln und Einsetzen nicht mehr die ganze Kraft frisst, bleibt Zeit für die Teile, die ein Abibuch tatsächlich lesenswert machen – die Anekdoten, die Widmungen, die eine Seite, über die der Jahrgang noch bei der Feier zum Zehnjährigen lachen wird.

In der eigenen Anschauung überzeugt vor allem die Ruhe des Satzes. Die Vorlagen halten Spaltenbreiten, Grundlinien und Weißraum konsequent durch, auch dort, wo ein Jahrgang Fotos in sehr unterschiedlicher Qualität hochlädt – schwache Bilder werden klein gesetzt statt formatfüllend breitgezogen. Die Vorschau zeigt den Seitenstand realistisch, inklusive Bundsteg und Seitenzahlen, sodass beim Druckexemplar keine Überraschung wartet. Das gebundene Buch liegt fest in der Hand, der Papierton ist warm statt kalkweiß, und der Rücken bleibt beim Aufschlagen stabil. Wer sehr eigene Gestaltungsideen hat, stößt an Grenzen: Die Vorlagen führen streng, freie Layouts sind nur begrenzt möglich. Für den Zweck ist das eher Schutz als Einschränkung.

Ein Abibuch ist kein Produkt wie andere. Es wird einmal gemacht, in kleiner Auflage, von Leuten, die so etwas nie zuvor gemacht haben – und es soll trotzdem Jahrzehnte halten. Dass sich jemand die Mühe macht, ausgerechnet diesen unwiederholbaren Vorgang gut zu bauen, ist mehr als eine technische Dienstleistung. Es ist die Einsicht, dass Erinnerung eine Form braucht.

Abifix – Abizeitung und Abschlussbuch · Preis abhängig von Auflage, Seitenzahl und Ausstattung; Richtwert rund 25–35 € pro Exemplar bei Hardcover und mittlerer Jahrgangsgröße. · Zum Produkt

Die Art-Adoro-Bewertung

  • Qualität
  • Design & Ästhetik
  • Service & Beratung
  • Nachhaltigkeit
  • Preis-Leistung

4,0

von 5

Abifix löst nicht das kreative, sondern das organisatorische Problem – und genau das ist der Punkt, an dem Abibücher scheitern. Die Gestaltung ist zurückhaltend gut statt spektakulär, die Materialität überzeugt, der Ablauf nimmt einem Komitee messbar Arbeit ab. Abzüge gibt es für die begrenzte gestalterische Freiheit jenseits der Vorlagen. Wer ein Buch will, das in zehn Jahren noch gerne aufgeschlagen wird, ist hier richtig.

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Gesamtwertung: 4,0