50+ *Du bist nicht allein* — Ein Kursbuch im Einöd Land
Manchmal verändert ein einziger Satz ein Leben. Manchmal steht dieser Satz in einem Buch. Wenn Sie diese Zeilen gerade lesen, hat Sie etwas hierher geführt. Vielleicht ein Mensch, der Ihnen das Buch wortlos gegeben hat. Vielleicht eine Suche um drei Uhr morgens nach Worten, die zu dem passen, was Sie nicht recht benennen können. Vielleicht ein Sonntagnachmittag, an dem die Stille in Ihrer Küche etwas zu laut war. Was immer Sie hierher gebracht hat — Sie sind nicht der einzige Mensch, dem es so geht. Du bist nicht allein versammelt 33 Geschichten von Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die irgendwann im Leben gestrandet sind. Eine Pension, die die Tage geleert hat. Eine Diagnose, die in einem weißen Umschlag kam. Ein Partner, der gegangen ist — oder einer, der geblieben ist und aufgehört hat zu sehen. Ein Beruf, der einen Körper aufgebraucht hat. Ein Kind, das weggezogen ist. Eine Mutter, die ihre Tochter nicht mehr erkennt. Eine Erschöpfung, die kein Urlaub mehr berührt. Sie sind keine Helden. Sie sind Heinrich, der nach seiner Pension vier Wochen am Küchentisch saß, bis ein alter Kollege vier Worte sagte, die alles veränderten. Sie sind Marlies, die Tiroler Witwe, die den großen Topf nicht mehr heben konnte. Sie sind Heike, die alleinerziehende Buchhalterin, die drei Jahre funktionierte — bis eine Apothekerin sie eine ganz normale Frage fragte. Sie sind Stefan, der mit fünfzig einen Herzinfarkt überlebte und von einem Bauarbeiter im Nachbarbett gehört hat: Du musst jetzt nichts mehr. Sie sind Hubert, der einundachtzigjährige Mühlviertler Bauer, der lernte, was ein Tablet ist, damit seine dreijährige Urenkelin in Wien zu ihm hallo sagen konnte. Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es ist etwas Mutigeres: ein Kursbuch. Ein Kursbuch ist ein Verzeichnis von Verbindungen, die andere gefahren sind. Sie lesen darin nicht, um sich sagen zu lassen, wohin Sie zu fahren haben — sondern um eine Route zu finden, die zu Ihrem eigenen Leben passt. Manche dieser Geschichten werden an Ihnen vorbeigehen. Andere werden Sie auf der Seite anhalten. Eine — irgendwo unter den 33 Kapiteln — wird so nah an Ihrer eigenen sein, dass Sie das Buch hinlegen und anders atmen werden. Für wen dieses Buch geschrieben ist: Für Menschen, die sich in einem Lebensübergang wiederfinden, der sich ohne Vorwarnung verengt hat — Pension, Witwenschaft, Trennung, Kündigung, Krankheit, Auszug der Kinder. Für pflegende Angehörige, die Lasten tragen, die niemand sonst sieht. Für Erwachsene, deren Einsamkeit sich hinter dem Funktionieren verbirgt. Für Menschen, denen man gesagt hat, sie sollten darüber doch längst hinweg sein — und es nicht sind. Für Leserinnen und Leser, die Sieben-Schritte-Programmen misstrauen und echte Geschichten mit echten Ausgängen vorziehen. Für jeden zwischen vierzig und neunzig, der spürt: Die Weichen seines Lebens müssen neu gestellt werden. Was Sie in diesem Buch finden: 33 vollständige Geschichten, jede gleich aufgebaut: Vorgeschichte, aktuelle Situation, der Weg nach vorn, die Hilfe anderer, ein Kompass-Moment, eine Frage zum Nachdenken und am Schluss eine kleine Liste Das hat mir geholfen. Vier Teile, die von der Wiedererkennung (Strandgut) über den ersten Schritt (Der erste Schritt) und die Kurskorrektur (Kurskorrektur) bis in die Gemeinschaft führen (Gemeinsam stark). Ein Anhang über die typischen Lebensphasen-Fehler, von den Dreißigern bis in die Achtziger. Eine Liste hilfreicher Adressen für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Glossar mit sieben wiederkehrenden Begriffen, die in Art Adoros Welt eine eigene Bedeutung tragen. Sie können dieses Buch überall aufschlagen. Sie können eine Geschichte lesen und es weglegen. Sie können es einem Menschen schenken, den Sie mit Ihren eigenen Worten nicht erreichen. Sie können einen einzigen Satz unterstreichen und alles andere vergessen. Das Buch verlangt nur eines von Ihnen: dass irgendwann drei Worte in Ihnen wahr werden. Sie sind nicht allein. Nicht jeden Tag. Nicht stündlich. Nur einmal. Das reicht für den Anfang. Der Zug fährt weiter. Sie auch.